• Jasmin Véron

Welpenratgeber "von Anfang an" - Teil 5: Sozialisierung, Stubenreinheit

In diesem Blog könnt ihr mich auf dem Weg mit meinem Welpen begleiten.

Ich gebe euch Tipps rundum die Auswahl des richtigen Welpen,

wie ich mich vorbereitet habe und zeige euch,

wie mein Welpe bei mir aufwächst.

Außerdem berichte ich von den Erfahrungen und häufigen Fehlern der Welpenhalter,

die zu mir ins Training kommen.

Die Eingewöhnungszeit ist vorbei, jetzt starte ich mit der Sozialisierung und dem ersten Training. Die Sozialisierungsphase endet mit circa 14-16 Wochen.

Das wichtigste ist nach wie vor das Schlafen (Teil 4: die Eingewöhnungszeit), in die Aktivitätsphasen des Welpen kannst du jetzt Trainingseinheiten und Sozialisierungsspaziergänge planen.

Wie du den Alltag gestalten kannst, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Ich freu mich, wenn nützliche Tipps dabei sind und wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

Sozialisierungsspaziergang

In der Sozialisierungsphase lernt der Welpe sein Bild der Welt, alles was er in dieser Zeit kennenlernt, speichert er als normal ab. Dinge, die er nicht kennenlernt, lösen eher Angst aus.

Sozialisierung auf die Umwelt ist enorm wichtig, du solltest dir unbedingt die Zeit nehmen und gezielte Sozialisierungsspaziergänge unternehmen.

Ich habe eine Welpensozialisierungsliste, so habe ich einen Überblick, was mein Welpe alles kennenlernen soll und kann erledigte Dinge abhaken.

Eure Sozialisierungsspaziergänge solltest du am Anfang noch kurz halten, du kannst den Welpen zwischendurch auch immer wieder tragen (am besten in einem Tragesack oder Rucksack) und nur zum schnüffeln und erkunden absetzen.

Viele Welpen sind von der Umwelt zuerst überwältigt, frieren ein und laufen keinen Schritt.

Entspannter ist es für den Kleinen, wenn er bei dir in Sicherheit alle Eindrücke und Gerüche wahrnehmen darf.

Am Morgen ist dein Welpe ausgeschlafen und kann am besten neue Eindrücke aufnehmen. Wenn du früh arbeiten musst, nutze die Mittagspause oder den Abend für eine Sozialisierungstour.

Ich habe zwei bis drei Morgen pro Woche einen kleinen Ausflug mit Tonka gemacht.

In einer Welpengruppe werden meistens auch verschiedene Orte in der Öffentlichkeit besucht.


Hier waren wir im Ortsgebiet unterwegs und lernten Autos, verschiedene Gegenstände und Untergründe kennen. Was für uns selbstverständlich ist, ist für den kleinen Welpen etwas ganz Ungewöhnliches - ein blauer Fleck auf dem Boden und herum stehende Kegel zum Beispiel.


Für Hunde ist es nicht selbstverständlich über jeden Untergrund zu laufen. Besonders der Gitterrost macht vielen Hunden Angst. Frühe Erkundungen und Erfahrungen stärken das Selbstvertrauen und die Selbstwahrnehmung. Beides Grundsteine für die spätere Stresstoleranz.


Da waren wir an einer Mittelschule. Tonka hörte die Schulglocke und lärmende Teenager. Außerdem gab es hier unendlich viele Gerüche zu erschnüffeln.


Auch einen Ausflug an den Bodensee haben wir unternommen. Am Wasser ist es wichtig, den Welpen für ruhiges Verhalten zu belohnen. Bällchen ins Wasser schmeißen oder ähnliches macht deinen Hund hektisch und wild am Wasser. Wenn du später einmal entspannt am See sitzen möchtest, würde ich das sein lassen.


Im Wald gibt es wieder neue Gerüche und ganz andere als im Ortsgebiet.

Die Lieblingsumgebung für einen Jagdhund.


Über verschiedene Hindernisse zu klettern verbessert nicht nur die Balance und stärkt die Muskeln. Den eigenen Körper zu kennen und einsetzen zu können, ist ein weiterer Schritt zur Stresstoleranz und zum entspannten Alltagsbegleiter.


Der Besuch im Kleintierzoo war für Tonka sehr aufregend. Sie konnte die Schnüffelnase kaum vom Boden heben. Bei der Sozialisierung auf andere Tiere soll der Welpe auch lernen, dass er diese nicht jagen soll.


Einfach nur da sitzen und das Wild und die Lamas beobachten.


Hier haben wir uns einfach auf eine Parkbank neben einem Kindergarten gesetzt. Im Hintergrund war Kindergeschrei und wir haben einfach nichts gemacht. Mit Lucy als entspanntes Vorbild und ein paar Leckerlis als Belohnung war das gar kein Problem.


Zuhause im Garten hab ich hin und wieder einen kleinen Parcour aufgebaut.

Körper- und Balanceübungen schulen wieder die Selbstwahrnehmung und Körperkontrolle und somit die spätere Stresstoleranz.



Beim Sozialisierungsspaziergang darfst du deinen Welpen nicht überfordern.

Folgendes sind Anzeichen, dass es dem Welpen zu viel wird:

(gelb sind erste Anzeichen, rot sind fortgeschrittene Anzeichen von Stress)

  • Häufiges Hinlegen

  • Gähnen

  • Sich kratzen

  • Augen aufgerissen, das Weiße ist sichtbar (Walauge)

  • Ohren nach hinten gezogen

  • Hecheln (obwohl es nicht heiß ist)

  • In die Leine oder das Brustgeschirr beißen

  • Fiepen und Bellen

Dein Welpe sollte keine Verhaltensweisen im roten Bereich zeigen, denn dann verknüpft er die Umwelt mit Stress und nicht mit Entspannung.

Wenn du Anzeichen im gelben Bereich bemerkst, geh nach Hause und lass deinen Welpen schlafen!


Hier durften wir den Petshop unserer Tierärztin erkunden. Da gab's viele verschiedene Gerüche, Geräusche und andere Tiere. Auf dem Bild sieht man Tonkas Anspannung.

Die Ohren sind zurück gezogen, die Augen aufgerissen. Leichter Stress ist aber ganz normal und sogar wichtig für die Entwicklung des Gehirns.


Wenige Augenblicke später gehen Tonkas Ohren wieder nach vorne. Kurz darauf hat sie mit erkunden begonnen.


Sie bekam Leckerlis von der Assistentin und der Tierärztin und am Ende konnte sich Tonka ganz entspannt hinlegen. Dieser Tierarztbesuch war noch ohne Untersuchung. Tonka durfte nur die Räumlichkeiten kennenlernen.


10-15 Minuten Sozialisierungsspaziergang sind genug. Je nach Welpe und Umwelt sogar noch weniger.

Achte darauf, dass dein Welpe neugierig ist und die Umwelt entspannt erkundet.

Lieber weniger entspannte Ausflüge als zu viel.

Richtige Ausrüstung
Stubenreinheit

Dein Welpe sollte zwischen 17 und 20 Stunden täglich schlafen, damit er all die Eindrücke verarbeiten kann und entspanntes Verhalten zeigen kann.

Am besten wechselst du Schlaf und kurze Aktivitätsphasen (30-60 Minuten) ab.

In den Aktivitätsphasen kannst du kleine Ausflüge und Spaziergänge machen, erste Übungen trainieren, mit deinem Welpen spielen oder ihn an die Körperpflege (Bürsten, Krallenschneiden, Schermaschine) gewöhnen.

Wenn dein Welpe zu wenig schläft, wird er übermütig, wild und schwer ansprechbar sein.


Ich freu mich, wenn dir der Beitrag gefallen hat. Schau dir doch auch meine anderen Beiträge an!






Aktuelle Beiträge

Alle ansehen